Tag der Abholung

Heute ist es so weit. Wir können unseren neuen felligen Mitbewohner abholen. Die Strecke von uns bis in den Schwarzwald war lang. Darum sind wir schon am Vortag angereist damit wir auch pünktlich sind. Uns ist bewusst, dass Lucy eine weitaus längere Anreise hinter sich hat. Und sie muss an diesem Tag noch weiter in ihr neues Zuhause.

Alle Information des Tierschutzvereines Europa e.V. wurden schon eine Woche vorab per E-Mail zugestellt. So war der Treffpunkt, die voraussichtliche Ankunft des Transporters sowie die Verhaltensregeln bekannt. Ich muss auch hier wieder ein großes Lob an den Tierschutzvereines Europa e.V. richten denn das Wohl der Tiere steht an erster Stelle.

Die Zeit bis zur Ankunft verzögerte sich um ca. 2 Stunden. Vor Ort warteten schon recht viele Menschen auf ihre neuen Mitbewohner. Mehr als ich erwartet habe. Hund für Hund erfolgte die Zusammenführung und die Übergabe. Wobei die verschiedenen Charaktere so etwas an Hunde-Herrchen Memory erinnerte.  Groß, klein, selbstbewusst, ängstlich, dünn aber nie dick (die Hunde). Die eine oder andere Freudenträne floss bei den neuen Besitzern. Bei jeder Übergabe freute man sich für die neuen Herrchen mit und hoffte darauf endlich selbst an der Reihe zu sein. Wie sich rausstellte mussten wir recht lange hoffen konnten aber dafür das Spektakel genießen.

Die Fellnasen müssen das wohl etwas anders gesehen haben. Raus aus dem dunklen Transporter, Panikgeschirr anlegen, Übergabe mit Foto machen und dann vorbei an den Menschen. Einige auf ihren vier Pfoten. Viele aber nicht bereit und willens selbst zu laufen und so wurden sie halt getragen.

Immer weniger Menschen warteten. Kurzzeitig dachten wir sogar, dass unsere Lucy vergessen wurde! Aber dann konnte ich sie hinter dem Transporter sehen. Wir waren endlich an der Reihe.

Wenn sie weg ist, ist sie weg!

Mitarbeiterin Tierschutzverein Europa e.V.

Unsere Lucy war total verängstigt. Wir wussten es ist ein Hund aus dem Tierschutz und die lange Anreise hinterlässt seine Spuren. Die Übergabe erfolgte recht schnell. Ich war aber mit den Gedanken nicht mehr wirklich dabei und habe so bestimmt das eine oder andere überhört. Auf eigenen Pfoten zu laufen war nicht zu denken. Also ab dann halt getragen zum Auto. Der letzte Teil ihrer und unserer Reise wartet noch. Ca. 600km bis nach Hause.

Auf der Reise nimmt sie weder Futter noch Wasser. An Pipi machen war nicht zu denken. So verlief die Reise, verzögert durch einen Stau nach dem anderen, zäh und langsam in die neue Heimat. Am Anfang gesichert auf der Rückbank. Später dann in einer gemütlichen Box im Kofferraum.

Endlich angekommen in der neuen Heimat hat Lucy dann so ca. 2400km hinter sich. Wie fühlen wir Menschen uns nach so einer Strecke im Auto? Sie nimmt auch jetzt weder Futter noch Wasser. Der einzige Gedanke lautet „Flucht“. Mir kommt der Spruch einer Tierschützerin bei der Übergabe in den Sinn „Wenn sie weg ist ist sie weg“. Dieser Spruch wird uns wohl noch längere Zeit verfolgen. An ein Laufen ohne Leine ist lange nicht zu denken.

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