Tag 23 bis 29 – der erste Monat

Jetzt glaube ich es wirklich, sie kann tatsächlich bellen. Sie stellt es unter Beweis. Der Nachbar „schlich“ auf seinem Grundstück rum, dass musste sie unbedingt kundtun.

Wir gehen am Morgen das erste Mal ohne Leine und ohne den Hund zu tragen in den Garten. Wir haben permanent ein Auge auf sie, was überaus anstrengend ist. Die Angst, dass sie einen Weg nach draußen findet steckt tief in uns. Wir sind den ganzen Tag im Graten und sie kann überall hin. Sie ist einerseits neugierig, andererseits ängstlich, geht rein, raus, rein, raus. Damit ist sie ganz schön in Bewegung.

Lassen sie am Abend ’ne Stunde alleine, auch daran muss sie sich gewöhnen.

Tag 24 – 21.08.2023

Sie findet heute im Haus keine Ruhe, muss uns immer überall hin folgen.

Im Garten wird sie etwas mutiger, geht aber immer auf Abstand zu uns. Wir haben keine Chance, sie zu streicheln oder sie gar an die Leinen zu nehmen.

Wir legen ihr ein Leckerchen auf den Boden. Sie schleicht sich langsam heran, nicht ohne ihre Umgebung akribisch im Auge zu behalten. Nach einigem Zögern und mehreren Anläufen nimmt sie es und ist sofort wieder weg. Es bricht uns fast das Herz, sie so zu sehen.

Tag 25 – 22.08.2023

Sie weicht wie jeden Morgen zurück, wenn Alex mit seinem Kaffee auf die Terrasse tritt. Nach nun etwas über 3 Wochen bei uns ist sie immer noch skeptisch. Auch im Garten nähert sie sich uns nicht. Die Angst, eingefangen zu werden, scheint zu groß. Von einer Bindung zu uns kann noch überhaupt keine Rede sein, nicht im entferntesten. Das macht uns natürlich etwas traurig, wir geben jedenfalls alles. Hoffentlich lässt sie sich irgendwann auf uns ein.

Ich lasse sie gegen Mittag in den Garten, bin alleine mit Lucy. Sie will später auf Teufel komm raus nicht wieder rein. Sobald ich mich ihr nähere, haut sie ab. Kein Leckerchen der Welt hilft mir dabei. Mir ist sehr, sehr heiß (aus verschiedenen Gründen).

Tag 26 – 23.08.2023

Herr Rütter spukt mir immer mal im Kopf rum. Was würde er denn jetzt tun? Nach dem gestrigen Erlebnis darf sie heute morgen nur an der Leine raus. Die in den letzten Tagen gewonnene Freiheit scheint ihr schon zu fehlen. Sie steht später oft an der Terrassentür und schaut mich auffordernd an. Ich ignoriere das tapfer, gebe nicht klein bei.

Tag 27 – 24.08.2023

Lucy legt mittlerweile drei Verhaltensweisen an den Tag.

Einmal im Haus: ist aufgeweckt, folgt uns oft, lässt sich streicheln.

Im Garten: Läuft unentwegt hin und her, kann sich nicht entspannen, lässt sich nicht streicheln, geht uns aus dem Weg, lässt sich nicht locken.

Beim Spaziergang im Wald: Läuft gut an der Leine, ist aufmerksam, lässt sich streicheln. Macht einen großen Bogen um Menschen oder zum Beispiel um größere Gebäude.

Spoiler-Alarm! Das wird sich leider die nächsten Wochen und Monate kaum oder für uns kaum merklich verändern :-(

Tag 28 – 25.08.2023

11 Uhr Termin Tierarzt, nach Ehrlichiose und Gabe Antibiotika steht der PCR-Test an. Lucy schlägt sich tapfer bei der Blutentnahme. Das Ergebnis kann ich Tel. erfragen in eine n paar Tagen.

9,7

Kosten Tierarztbesuch: 180 €

Am Abend grillen wir im Garten. Es stehen bestimmte Dinge rum, die Lucy dort noch nicht gesehen hat. Sie ist unentwegt auf den Beinen, dann wieder auf der Terrasse, rauf und runter und rauf und runter…… Auch in unsere Nähe kommt sie nicht. Sie scheint getrieben und voller Unruhe und es tut uns unendlich leid.

Alex legt sich runter und will sie voller Geduld mit einem Leckeren locken. Sie kann sich kaum drauf einlassen.

Nach einer langen Zeit des „Rennens“ werden die Kreise etwas kleiner und sie setzt sich zu uns. Aber es hat echt sehr lange gedauert.

Tag 29 – 26.08.2023

Lucy ist jetzt seit 4 Wochen bei uns.

Sie hat unser Herz im Sturm erobert. Sie ist eine sanfte, schüchterne, überaus ängstliche kleine Hündin, die noch sehr viel Zeit braucht, um anzukommen und selbstsicherer zu werden. Ob sie all ihre Ängste überwinden wird, bleibt abzuwarten. Auf alle Fälle sehen wir kleine Fortschritte und das ist für uns eine starke Motivation.

Wir wünschen Lucy, dass sie sich bei uns irgendwann sicher und geborgen fühlt. Geliebt wird sie schon.

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