Heute ist so ein Tag, da will man keinen Hund vor die Türe lassen. Alex geht trotzdem mit Lucy in den Wald, das Wetter stört die beiden dabei nicht. Beim Heimkommen ist putzen angesagt, das lässt sie ganz ruhig über sich ergehen.
Tag 116 – 21.11.2023
Wir machen uns auf die Socken, heute geht’s im Ort spazieren. Erfreulicherweise zieht sie heute nicht halb so derb wie beim letzten Mal. Sie geht auch an einer Mülltonne vorbei, allerdings mit Schwung sozusagen. Bis vor kurzem hätte sie dafür ja ganz gerne die Straßenseite gewechselt. Auch mit dem Autolärm kann sie besser umgehen, sie dürfen nur nicht zu sehr röhren.
Sie frisst gut und ruht dann. Sie begleitet mich ansonsten von A nach B, ist heute irgendwie anhänglicher.
Tag 117 – 22.11.2023
Heute ist in Sachsen ein Feiertag. Auf dem Waldparkplatz stehen ziemlich viele Autos, im Wald an sich trifft Alex keinen Menschen. An diesem Tag ist nicht sonderlich viel passiert.
Tag 118 -23.11.2023
Ich lasse sie in den Garten und wie erwartet, sie kommt von alleine nicht rein. Es ist recht frisch und ich habe den Verdacht, dass sie ein bisschen friert. Gehe ich auch raus, dann hat sich auch nach 16 Wochen nichts geändert – ich bin scheinbar eine potentielle Hundefängerin. Sie nähert sich mir nicht, hat permanent den Rückwärtsgang drin. Ich locke sie mit einem Leckerchen und dann mache ich einen Fehler. Ich bekomme sie am Halsband zu fassen und sie ist entsetzt. Loslassen will ich sie aber auch nicht mehr, dass würde die Sache auch nicht besser machen. Ich bin sauer auf mich. Hab ich das bisschen Vertrauen verspielt?

Tag 119 – 24.11.2023
Das Tänzchen vor meinem Bett am Morgen findet immer noch statt, natürlich wird sie jedesmal von mir gebührend angefeuert.
Nicht lange und sie will raus. Ne Weile kann ich sie ignorieren, dann öffne ich ihr die Tür zum Garten. Kurz darauf geht ein heftiger Schneeschauer nieder – nicht das der Hund da rein kommen würde ?. Ich muss mir was einfallen lassen, sonst wird Lucy zum Eisklotz. Diesmal nutze ich ihr Geschirr. Ich veräppele sie quasi und suggeriere ihr, dass wir spazieren gehen. Ich klappere damit herum und sie kommt wie ein Blitz angeschossen. Nur mit dem Spazieren gehen muss sie noch ein kleines Weilchen warten. Tut mir leid, liebe Lucy ?.
Wir erwischen zwischen weiteren Schneeschauern eine trockene Phase, Lucy zieht heute wieder ganz schön an der Leine. Bringen denn unsere Übungen gar nichts?
Ich versuche, sie im Haus zu beschäftigen. Ich zeige ihr einen kleinen Ball, rolle ihn hin und her, will ihn ihr schmackhaft machen. Und wieder weicht sie vor ihm zurück, es ist nichts zu machen.
Tag 120 – 25.11.2023 genau 17 Wochen bei uns
Lucy ist wirklich ein schwer einschätzbarer Hund. Heute zum Beispiel zieht sie sich nach dem Spaziergang für Stunden zurück. Da reizt sie nichts und niemand. Das war die letzten Tage nicht so. Ich dachte, dass hätten wir überwunden.
Auch kulinarisch ist nichts zu machen. Es ist Abend und sie hat noch nichts gefressen. Eine Kaustange heute Vormittag interessiert sie auch nicht. Es ist echt immer ein auf und ab.
Tag 121 – 26.11.2023
Am Vormittag lass ich sie wie jeden Morgen alleine in den Garten. Ich komme dazu und rufe sie (natürlich mit einem Leckerchen in der Hand). Sie kommt doch tatsächlich im „Schweinsgalopp“ auf mich zu gerannt und nimmt mir das Leckerchen ab. Das wiederholen wir ein paar Mal, und es scheint ihr Spaß zu machen. Ich bin so froh, dass sie mir meinen Fauxpas von vor einigen Tagen nicht nachträgt (da hatte ich sie gelockt und am Halsband geschnappt).
Lucy freut sich wie immer auf ihren Spaziergang. Ich dagegen muss mich eher dazu durchringen, hab eigentlich keine Lust. Aber was macht Mensch nicht alles dem Hund zuliebe. Sie zieht nicht ganz so sehr, trotzdem sind ein paar Übungen unerlässlich. Danach schläft sie den Schlaf der Gerechten, alle Viere von sich gestreckt.