Heute ist der dritte Tag mit Lucy im neuen Heim. Fortschritte sind kaum zu sehen und unsere Sorge um Lucys Gesundheit nimmt zu. Wir hatten ja schon einige Hunde und somit doch schon Erfahrung. Mit Futter und viel Geduld konnten wir bisher das Herz eines jeden Hundes gewinnen. Doch nicht mit Lucy. Selbst die besten Köstlichkeiten lehnt sie ab. Die kleinen Erfolge sind dann, wenn sie wenigstens mal etwas probiert. So war das erste Stück Fleischwurst am ersten Tag ein großer Erfolg. Aber am nächsten Tag wollte Lucy nichts mehr davon wissen. Hundefutter, ausgekochte Innereien, Huhn mit Reis, Pansen. Alles haben wir probiert wofür uns unsere früheren Hunde in den Olymp des Hundehimmels gehoben hätten. Mit etwas Glück probiert Lucy kurz aber mehr nicht. Die noch größere Sorge ist aber, dass sie weiterhin nichts säuft.
Wir haben natürlich versucht, uns über das Internet schau zu machen. Andere Hundenäpfe, verschiedene Standorte. Gestern konnten wir über einen Trick mit einer Joghurt/Bananenmischung etwas auf die Nase den Schleckreiz anregen und somit wenigstens etwas Fressen in die kleine Lady bekommen. Ja, wir wissen, dass dies nicht das optimale Hundefutter ist. Aber es enthält etwas Flüssigkeit und Energie und ist somit besser als nichts.
Ansonsten liegt die Lucy in ihrer Hundebox. Diese ist zwar eigentlich für das Auto gedacht. Hier fühlt sie sich aber scheinbar sicher. Sobald wir sie aus der Box nehmen beginnt die große Unsicherheit. In der Box rührt sie sich nicht. Auch nachts nicht. So wie man sie abends, nach der letzten Pipirunde, in die Box gelassen hat so fand man Lucy auch an der gleichen Stelle am Morgen wieder vor. Die Pipirunde ist eher formal, denn wo nichts reingeht kommt auch nichts wieder raus. Das gilt leider auch für das etwas größere Geschäft.
Dafür gab es aber heute auch einen Erfolg. Der erste Spaziergang im Wald. Hier reagiert Lucy auch auf jedes Geräusch sehr ängstlich. Jeder Windstoß oder ein kleines Rascheln im Gebüsch. Fremde Menschen, Radfahrer und wie sich die Zweibeiner heutzutage im Wald noch so fortbewegen. Alles ist neu und macht ihr Angst. Trotzdem hat man das Gefühl, dass sobald die Nase was zu riechen hat der Jagdhundekopf mal etwas vergessen kann und einfach Hund ist.

Auch an einer Pfütze wurde das erste mal etwas getrunken. Es hatte frisch geregnet, es fahren hier keine Autos und wir waren nur einfach froh, dass sie etwas Flüssigkeit zu sich nimmt. Viel Wasser war es aber nicht und wird es auch in den nächsten Tagen nicht werden.

Was sie scheinbar noch mag, ist höheres Gras in welches man sich so richtig reinwerfen und wälzen kann. Hier lässt man sich sogar mal freiwillig streicheln und hat auch das Gefühl das Lucy das mag. Für uns ist dieser Spaziergang somit ein Erfolg!