Hallo, ich bin Luciele

und ich bin ein Hund aus dem spanischen Tierschutz. Heute mache ich mich auf den Weg nach Deutschland. Freude kann ich zurzeit aber nicht empfinden. Ich bin sehr ängstlich und die Reise in das Unbekannte wird mich viel Kraft kosten. In Spanien wurde ich durch eine Tierschutzorganisation aus einer sogenannten „Perreras“ gerettet. Hier blieben mir gerade einmal 21 Tage. Ohne die Rettung aus der Perrera würde es diese schönen Bilder von mir nicht geben. Dabei frage ich mich, wozu der Mensch so fähig ist. Wie soll ich jemals wieder Vertrauen zu den Menschen aufbauen welche mich eigentlich mal töten wollten.

Die Fotos hier stammen noch aus Spanien. Und wurden für meine Vermittlung gemacht. Eigentlich hat es mir hier gut gefallen. Aber es gibt hier so viele Hunde die Hilfe benötigen und so muss ich meinen Platz hier wieder räumen. Ich bin so ca. 4 Jahre alt. Mein genaues Geburtsdatum kenne ich nicht. Es gab ja bisher auch keinen Grund meinen Geburtstag zu feiern. Meine neuen Menschen in Deutschland wollen dann meinen Geburtstag gleich zweimal feiern. Einmal zum 01.01.2019, also der Schätzung, und dann zum 29.07.2023 der Übergabe und der Ankunft in Deutschland. Die sind schon echt komisch drauf die Menschen.

Ich bin leider nicht ganz gesund und bringe auch noch eine Krankheit mit. Ehrlichiose ist in wärmeren Regionen leider recht häufig anzufinden. Durch die globale Erwärmung rückt die Krankheit auch immer weiter nach Mitteleuropa vor. Ich wurde durch den Tierschutz aber getestet und so wurde die Krankheit frühzeitig nachgewiesen. Damit steigt die Chance, dass ich durch die frühzeitige Erkennung wieder vollständig gesund werde und keine bleibenden Schäden bekomme. Darf man als Hund sagen „Schwein gehabt“?

Ich möchte hier meine Geschichte erzählen, um so anderen Menschen die Möglichkeit zu geben aus meinen Erfahrungen zu lernen und damit auch Ängste zu nehmen. Ich danke dem Tierschutzverein Europa e.V. für die Vermittlung und all den Helfern, welche auf dem Weg nach Deutschland ehrenamtlich und ohne Vergütung geholfen haben!

Ach ja, die Menschen in Deutschland können meinen so schönen spanischen Namen nicht aussprechen und haben mich kurzerhand in Lucy ungenannt „estas personas“. Nun gut, ab hier geht’s weiter als Lucy.

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